LEXCHANGE – geflüchtete Personen als gleichberechtigte Stimmen in Recht und Politik
Project Duration January 1, 2026 - December 31, 2028

LEXCHANGE – geflüchtete Personen als gleichberechtigte Stimmen in Recht und Politik

  1. Goal
    Geflüchtete Menschen verfügen über wertvolles Wissen – über Rechtssysteme ihrer Herkunftsländer, Fluchterfahrungen und die Hürden des Alltags in der Schweiz. Dieses Wissen fliesst kaum in politische oder institutionelle Entscheidungen ein, weil die Strukturen ihre Mitwirkung nicht vorsehen. Unser Projekt LEXCHANGE verankert Partizipation nicht als Zusatzprogramm, sondern als strukturelles Grundprinzip – «Participation by Design» – in allen Prozessen von AsyLex. Geflüchtete Personen, bestehende wie neue Freiwillige, wirken gleichberechtigt in der Rechtsberatung, bei Vernehmlassungen, in UNO-Schattenberichten und in der Organisationsentwicklung mit. Konkret bedeutet das: digitale Kollaborationsstrukturen auf Slack werden ausgebaut, mindestens drei öffentliche Fachweiterbildungen mit geflüchteten Personen als Referierenden oder Teilnehmer sowie zwei thematische Workshops durchgeführt, und ein übertragbares Partizipationsmodell entwickelt, das andere Organisationen übernehmen können.
  2. Challenge
    Gesellschaftliche Partizipation ist eine Grundlage für Integration und Demokratie. Für geflüchtete Menschen in der Schweiz ist sie jedoch durch strukturelle Benachteiligungen stark eingeschränkt: Fehlende Zugänge zu Netzwerken, Informationen und rechtlicher Unterstützung verhindern eine gleichberechtigte Mitwirkung. Dabei bringen geflüchtete Personen wertvolles Erfahrungs- und Fachwissen mit – über Rechtssysteme ihrer Herkunftsländer, Asylverfahren und Integrationsherausforderungen. Dieses Wissen bleibt in politischen und institutionellen Entscheidungsprozessen weitgehend ungenutzt. Gleichzeitig fehlt es Organisationen wie AsyLex an strukturellen Ansätzen, um Partizipation systematisch und nachhaltig zu verankern – statt sie dem Zufall zu überlassen. Digitale Möglichkeiten, die gerade für geflüchtete Personen entscheidende Zugangshürden abbauen könnten, werden kaum ausgeschöpft.
  3. Need for Action
    Der beschriebene Missstand verlangt nach konkretem Handeln auf zwei Ebenen. Erstens braucht es strukturelle Verankerung: Partizipation geflüchteter Personen darf nicht von Einzelinitiativen oder persönlichem Engagement abhängen, sondern muss als durchgängiges Prinzip in Organisationsprozesse eingebettet sein – von der Rechtsberatung über politische Stellungnahmen bis zur Organisationsentwicklung. Zweitens braucht es digitale Zugänge: Geflüchtete Personen sind oft durch geografische Distanz, eingeschränkte Mobilität oder Sprachbarrieren von Partizipation ausgeschlossen. Digitale Strukturen können diese Hürden gezielt abbauen – sie werden jedoch kaum genutzt. AsyLex hat die Voraussetzungen, hier Pionierarbeit zu leisten: ein bestehendes Netzwerk von über 200 Freiwilligen, davon viele mit Fluchthintergrund, digitale Infrastruktur und langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit geflüchteten Menschen. Was fehlt, ist ein systematischer Rahmen – den LEXCHANGE schaffen will.
  4. Measures
    LEXCHANGE setzt auf vier konkrete Massnahmen: Rekrutierung & Onboarding: Bestehende und neue Freiwillige mit Fluchthintergrund werden gezielt in Fachteams, Projektteams und den Vorstand eingebunden. Ein digitales Onboarding- und Feedbacktool wird entwickelt. Digitale Infrastruktur: Neue thematische Teams und länderspezifische Channels auf Slack vernetzen Freiwillige schweizweit – unabhängig von Wohnort oder Mobilität. Fachweiterbildungen & Workshops: Mindestens drei öffentliche Fachweiterbildungen und zwei Workshops werden durchgeführt, bei denen geflüchtete Personen als gleichberechtigte Referierende auftreten und ihr Wissen einbringen. Advocacy & Politik: Geflüchtete Personen wirken aktiv bei Vernehmlassungen, UNO-Schattenberichten und im Rahmen des Global Compact on Refugees mit. Die Umsetzung erfordert Mittel für Projektleitung, Freiwilligenkoordination, Veranstaltungskosten sowie die Entwicklung digitaler Tools – bei einem Gesamtbudget von CHF 330'920.
  5. Cooperation Partner
    LEXCHANGE entsteht im Rahmen einer formellen Partnerschaft mit der Eidgenössischen Migrationskommission EKM, die das Projekt über ihr Programm «Citoyenneté – mitreden, mitgestalten, mitentscheiden» mit bis zu CHF 150'000 über drei Jahre kofinanziert. Die EKM ist damit nicht nur Geldgeberin, sondern auch inhaltliche Partnerin, die den Ansatz «Participation by Design» aktiv mitträgt. Darüber hinaus besteht eine Kooperation mit BRYTER, einem Legal-Tech-Unternehmen, das AsyLex mit einem Pro-bono-Sponsoring von CHF 20'000 unterstützt und die digitale Weiterentwicklung der Infrastruktur ermöglicht. AsyLex arbeitet zudem eng mit seinem bestehenden Netzwerk von über 200 Freiwilligen aus mehr als 15 Ländern zusammen – viele davon mit Fluchthintergrund – sowie mit externen Fachpersonen aus den Bereichen Recht, Übersetzung, IT und Sozialarbeit, die ihr Wissen in Weiterbildungen und Workshops einbringen.
  6. Impact
    Ergebnisse: Mindestens drei öffentliche Fachweiterbildungen und zwei Workshops mit geflüchteten Personen als Referierenden. Aufbau digitaler Kollaborationsstrukturen auf Slack. Entwicklung eines Onboarding- und Feedbacktools. Beiträge zu Vernehmlassungen und UNO-Schattenberichten unter aktiver Mitwirkung geflüchteter Personen. Direkter Nutzen: Geflüchtete Personen erleben sich als gleichberechtigte Mitgestaltende – in der Rechtsberatung, in der Politik und in der Organisationsentwicklung. Zugangshürden wie Mobilität, Sprachbarrieren und geografische Distanz werden durch digitale Strukturen gezielt abgebaut. Gesellschaftliche Wirkung: Partizipation geflüchteter Personen wird zur gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit. Der dokumentierte Ansatz «Participation by Design» – aufbereitet als Podcast und Praxisleitfaden – ermöglicht anderen Organisationen und Institutionen, das Modell zu übernehmen und zu multiplizieren.
  7. Special Quality of the Project; Suitability of the Organization
    LEXCHANGE zeichnet sich durch drei Qualitätsmerkmale aus: Glaubwürdigkeit: AsyLex arbeitet seit 2017 täglich mit geflüchteten Menschen zusammen – als Rechtsberatungsstelle, aber auch als Organisation, in der geflüchtete Personen selbst aktiv mitwirken. LEXCHANGE baut auf gewachsenen Vertrauensbeziehungen und bestehenden Strukturen auf, nicht auf dem Reissbrett. Digitale Kompetenz: AsyLex ist eine der wenigen NGOs in der Schweiz, die vollständig digital arbeitet – mit über 30 selbst entwickelten Legal-Tech-Tools, einer mehrsprachigen Plattform und einem eingespielten digitalen Freiwilligennetzwerk in über 15 Ländern. Diese Infrastruktur macht niederschwellige, ortsunabhängige Partizipation möglich. Übertragbarkeit: LEXCHANGE ist nicht nur ein internes Entwicklungsprojekt, sondern von Beginn an als Modell konzipiert, das dokumentiert und weitergegeben werden kann. Die Partnerschaft mit der EKM verleiht dem Ansatz zusätzliche institutionelle Legitimität.

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