Präeklampsie früh erkennen - Frühgeburt verhindern

Präeklampsie früh erkennen - Frühgeburt verhindern

  1. Goal
    Ziel des Projekts ist es, Schwangere und Personen mit Kinderwunsch frühzeitig für das Thema Präeklampsie zu sensibilisieren und den Zugang zu evidenzbasierten Informationen sowie zum empfohlenen Ersttrimester-Screening zu verbessern. Dadurch sollen Risiken früher erkannt, Präventionsmassnahmen rechtzeitig eingeleitet und vermeidbare Frühgeburten reduziert werden. Im Rahmen des Pilotprojekts werden niederschwellige Informations- und Sensibilisierungsangebote entwickelt, darunter ein anonymer Quick-Präeklampsie-Check, digitale Informationsmaterialien sowie Aufklärungsangebote für Betroffene und Fachpersonen. Schwangere sollen befähigt werden, informierte Fragen zu stellen und das Thema Präeklampsie aktiv mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt anzusprechen. Langfristig soll das Projekt zur Verbesserung der Schwangerschaftsvorsorge sowie zur Entlastung betroffener Familien beitragen.
  2. Challenge
    Präeklampsie ist eine der häufigsten Ursachen für Frühgeburten und kann sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Obwohl wissenschaftlich belegt ist, dass ein strukturiertes Ersttrimester-Screening das Risiko schwerer Präeklampsieverläufe reduzieren kann, wird dieses in der Schweiz bislang uneinheitlich umgesetzt. Viele Schwangere werden zu wenig oder zu spät über Präeklampsie und bestehende Präventionsmöglichkeiten informiert. Besonders bei einer ersten Schwangerschaft fehlt häufig das Wissen über Risikofaktoren, Früherkennung und mögliche Folgen. Dadurch verpassen Betroffene die Chance, frühzeitig eine Risikoabklärung durchführen zu lassen oder das Thema aktiv bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt anzusprechen. Die Folge sind vermeidbare Frühgeburten sowie hohe psychische, medizinische und organisatorische Belastungen für betroffene Familien. Hier setzt das Projekt mit gezielter Sensibilisierung und niederschwelliger Aufklärung an.
  3. Need for Action
    Es besteht dringender Handlungsbedarf, die Sensibilisierung und Früherkennung von Präeklampsie in der Schweiz zu stärken. Obwohl wirksame Screening- und Präventionsmöglichkeiten existieren, werden viele Schwangere bislang nicht systematisch darüber informiert. Risiken bleiben dadurch oft unerkannt, bis gesundheitliche Komplikationen oder Frühgeburten auftreten. Um vermeidbare Belastungen für Mutter, Kind und Familie zu reduzieren, braucht es niederschwellige, verständliche und früh verfügbare Informationen für Schwangere und Personen mit Kinderwunsch. Gleichzeitig ist eine stärkere Sensibilisierung von Fachpersonen und Versorgungspartnern notwendig, damit das empfohlene Ersttrimester-Screening konsequenter thematisiert und angeboten wird. Zudem fehlen Daten zur tatsächlichen Informationslage und Nutzung entsprechender Angebote. Deshalb braucht es ein Pilotprojekt, das Aufklärung, digitale Unterstützung und Wirkungsmessung sinnvoll verbindet.
  4. Measures
    Im Rahmen des Pilotprojekts werden niederschwellige Informations- und Sensibilisierungsmassnahmen für Schwangere, Personen mit Kinderwunsch sowie Fachpersonen umgesetzt. Zentrale Massnahme ist die Entwicklung eines anonymen digitalen Quick-Präeklampsie-Checks, der Betroffene dazu ermutigt, das Thema aktiv bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt anzusprechen. Ergänzend werden evidenzbasierte Informationsmaterialien, digitale Inhalte und Erfahrungsberichte betroffener Familien erarbeitet und verbreitet. Zudem werden gynäkologische Praxen und weitere Fachpersonen mit Informationsunterlagen und Projektpartnerschaften eingebunden. Zur Evaluation des Projekts werden anonymisierte Nutzungs- und Wirkungsdaten erhoben, beispielsweise zur Informationslage und Nutzung des Screenings. Benötigt werden Mittel für die Entwicklung der digitalen Lösung, Konzeption und Fachbegleitung, Datenschutz und rechtliche Abklärungen, Kommunikationsmassnahmen sowie Wirkungsmessung und Evaluation.
  5. Cooperation Partner
    Geplante Kooperationen bestehen mit gynäkologischen Praxen, Fachpersonen aus Geburtshilfe und Neonatologie sowie relevanten Fachgesellschaften im Bereich Schwangerschaft und Präeklampsie in der ganzen Schweiz. Ziel ist es, medizinische Fachpersonen und Versorgungspartner aktiv in die Sensibilisierung und Verbreitung der Informationsangebote einzubeziehen. Zudem ist die Zusammenarbeit mit medizinischen Expertinnen und Experten zur fachlichen Validierung der Inhalte sowie mit Betroffenen und Elternnetzwerken vorgesehen, um die Perspektive betroffener Familien gezielt einzubringen. Für die Weiterentwicklung und nachhaltige Verankerung des Projekts sind Kooperationen mit Gesundheitsorganisationen, Fachverbänden sowie weiteren Partnern aus Prävention, Gesundheitsförderung und digitaler Gesundheitskommunikation geplant.
  6. Impact
    Das Projekt stärkt die frühzeitige Sensibilisierung für Präeklampsie und verbessert den Zugang zu verständlichen, evidenzbasierten Informationen. Durch den niederschwelligen Quick-Präeklampsie-Check sowie gezielte Informationsangebote werden Schwangere und Personen mit Kinderwunsch befähigt, Risiken frühzeitig zu erkennen und das Thema aktiv mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt anzusprechen. Die Wirksamkeit des Projekts liegt insbesondere darin, dass Prävention bereits im ersten Trimester gefördert wird. Dadurch kann die Nutzung empfohlener Screenings erhöht und die Chance auf eine frühzeitige Risikoabklärung verbessert werden. Langfristig soll dies dazu beitragen, schwere Präeklampsieverläufe und vermeidbare Frühgeburten zu reduzieren. Die Wirkung wird anhand anonymisierter Nutzungs- und Wirkungsdaten laufend ausgewertet. So entstehen wichtige Erkenntnisse zur Informationslage, Reichweite und Nutzung von Präventionsangeboten in der Schweiz.
  7. Special Quality of the Project; Suitability of the Organization
    Das Projekt verbindet evidenzbasierte Gesundheitsinformation mit niederschwelliger digitaler Sensibilisierung und schafft damit einen einfachen Zugang zu einem bisher wenig sichtbaren Thema in der Schwangerschaftsvorsorge. Die Kombination aus verständlicher Aufklärung, Betroffenenperspektive und anonymisierter Wirkungsmessung ermöglicht ein praxisnahes und skalierbares Präventionsmodell. Frühchen & Neokinder Schweiz ist für die Umsetzung besonders geeignet, da die Organisation seit Jahren Familien mit frühgeborenen und kranken Neugeborenen begleitet und über Erfahrung in Sensibilisierung, Elternarbeit und Gesundheitskommunikation verfügt. Dank ihres schweizweiten Netzwerks mit Fachpersonen, Kliniken und Partnerorganisationen kann das Projekt fachlich fundiert und zielgruppennah umgesetzt werden.

Area of Impact