Kuntur Wachana - Wiederherstellung Andiner Trockenwälder in Süd-Ecuador
Project Duration January 1, 2024 - March 31, 2028

Kuntur Wachana - Wiederherstellung Andiner Trockenwälder in Süd-Ecuador

  1. Goal
    In Kuntur Wachana kombinieren wir Arten- und Klimaschutz mit Entwicklungszusammenarbeit. In unserer Reserva forst wir den ursprünglichen tropischen Trockenwald mit innovativen Methoden wieder auf, um neuen Lebensraum für die einzigartige Biodiversität der Region zu schaffen und so zum Schutz bedrohter Arten, wie dem Ecuadorianischen Bergviscacha, beizutragen. Gleichzeitig binden wir damit grosse Mengen CO2 und tragen zum lokalen und globalen Klimaschutz bei. Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung umgesetzt. Es bietet ihnen Anstellungsmöglichkeiten und langfristige Einkommen mithilfe von Öko-Tourismus und nachhaltiger landwirtschaftlicher Produktion in Agroforstsystemen - so entstand auch unser zweites Projekt: AgroFlorezca (schauen sie rein!). Die Einkommensmöglichkeiten erlauben jungen Menschen in ihrer Heimat zu bleiben statt in den Städten nach Arbeit zu suchen - so entsteht eine perfekte Symbiose zwischen Naturschutz und nachhaltiger Entwicklung.
  2. Challenge
    Die Andenregion Südecuadors - wo die Floren- und Faunenreiche des Amazonasbeckens, der nördlichen Anden und der Tumbes-Region aufeinandertreffen - ist Heimat einer einzigartigen Biodiversität. Die einst weitläufigen Bergwälder der Region bieteten dieser Artenvielfalt einen üppigen Lebensraum, in dem das Leben gedeihen konnten. Heute ist der Grossteil dieser Wälder verschwunden - v.a. die tropischen Trockenwälder wurden gerodet um Weideland für die Viehwirtschaft zu schaffen. Mit dem Lebensraum sind viele Tier- und Pflanzenarten verschwunden und viele der verbleibenden sind akut bedroht. Die Viehwirtschaft ist heute nicht mehr rentabel und in den ländlichen Regionen fehlt es Einkommensmöglichkeiten. Nach Jahrzehnten der Weidenutzung sind die Böden in den Bergen unfruchtbar geworden. Viele junge Menschen versuchen ihr Glück in den Städten und sogar im Ausland - meist unfreiwillig.
  3. Need for Action
    Die wichtigste Ursache für das Artensterben vor Ort ist der Verlust und die Fragmentierung von Lebensraum. Zum Schutz der einzigartigen Biodiversität, die man im Süden Ecuadors vorfindet, müssen darum die verbleibenden Wälder geschützt, besser vernetzt und neue Lebensräume geschaffen bzw. wiederhergestellt werden. Es gibt keinen besseren Schutz für natürliche Lebensräume, als der Schutz durch die lokale Bevölkerung - das gilt insbesondere dann, wenn die Menschen vor Ort ein finanzielles Interesse am Erhalt der Natur haben. Deshalb ist es wichtig die lokale Bevölkerung eng in die Projektarbeit einzubeziehen und sicherzustellen, dass ihre Interessen im Prozess gewahrt werden und sie von der Umsetzung langfristig profitieren. Tumianuma ist ein kleines Dorf in der Provinz Loja. Ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung leidet unter akuter Armut - mehr als 50% gemessen am NBI (nicht erfüllte Grundbedürfnisse).
  4. Measures
    Zur Wiederaufforstung der Reserva Kuntur Wachana fokussieren wir in dieser Projektphase auf drei Themen: - den langfristigen Schutz gegen Wildbrände - die notwendige Infrastruktur für die langfristige Umsetzung - die Entwicklung der erfolgreichsten Methoden (bestes Kosten-Nutzen-Verhältnis) Dafür haben wir 2025 bereits den "Grüngürtel" umgesetzt: eine 500+ m lange bewässerte Hecke quer über den Berg, der die häufigsten Feuer aus dem Westen aufhält. Zudem haben wir neue Wege angelegt und ein Base Camp gebaut, von wo aus unser Feld-Team die Baumpflanzungen und andere Massnahmen umsetzen kann. Nun arbeiten wir zusammen mit der lokalen Universität in einem Bauminsel-Experiment daran die optimale Wiederaufforstungsmethode zu entwickeln - sodass wir diese auch weitergeben können. Parallel dazu arbeiten wir in Zusammenarbeit mit der lokalen Gemeinschaft am Öko-Tourismus-Projekt "Roots & Routes" sowie am Projekt AgroFlorezca zur Förderung von Agroforstwirtschaft.
  5. Cooperation Partner
    Asociación Finca (AFS) Die AFS ist seit Beginn des Projekts (damals als "Sacred Mountain Wiederaufforstung") im Jahr 2021 unsere engste operative Partnerin. Das Projekt wird durch eine Co-Projektleitung zwischen Cristian Ojeda der AFS und Kai Reinacher von Árbol co(n)razón umgesetzt. Die AFS ist seit Jahren in Tumianuma präsent und engagiert sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der lokalen Bevölkerung v.a. durch ökologische Landwirtschaft. Universidad Técnica Particular de Loja (UTPL) Das EcossLab der Biologischen Fakultät der UTPL berät uns bei unseren Experimenten zur Identifikatin der effizientesten Wiederaufforstungsmethoden für tropische Trockenwäldern in den Anden. Sie unterstützen uns bei der Umsetzung der Experimente und führen langfrsitig die notwendigen Messungen und Methodenvalidierungen durch.
  6. Impact
    Unser Projekt schafft neuen Lebensraum für bedrohte Arten und trägt so zu derem Überleben bei. Bereits auf dem Berg gesichtet wurden das Ecuadorianische Bergviscacha (Lagidium ahuacaense, CR), der Rote kleinspiesshirsch (Andinocervus rufinus, VU), Girard's Whirltail Iguana (Stenocercus ornatus, VU) und Begonia parcifolia (VU). Darüber hinaus schaffen wir mit der Wiederaufforstung ein wertvolles Trittstein-Habitat unmittelbar angrenzend an einen wichtigen Wildtier-Korridor (die Quebrada Condorhuana). Darüber hinaus schaffen wir mit unserem Projekt langfristige Einkommensmöglichkeiten und die Gelegenheit für die Einheimischen selbst unternehmerisch tätig zu werden. Mit der Valisierung unserer Methoden und der möglichen Speichermenge von CO2 durch Wiederaufforstung, ermöglichen wir auch anderen Grundeigentümern ungenutzte Ländereien der Natur zurückzugeben - und mittels CO2-Zertifikate-Handel sogar persönlich davon zu profitieren. Für Biodiversität, Klima und Menschen ein Win-Win-Win!
  7. Special Quality of the Project; Suitability of the Organization
    In der Region Südecuador gibt es heute weitläufige ungenutzte Weideflächen im Umfang von dutzenden Quadratkilometern. Die Böden sind unfruchtbar und die Viehaltung mittlerweile unrentabel. Mit unserem Projekt erarbeiten wir die Grundlagen um diese Flächen der Natur zurückzugeben. Damit kann dieses Projekt langfristig dazu beitragen die einzigartige Biodiversität zu wahren, einen bedeutenden Beitrag zum globalen Klimaschutz zu leisten und gleichzeitig eine nachhaltige Entwicklung der Region für die Menschen fördern, indem neue Einkommensmöglichkeiten auf dem Land generiert werden. Árbol co(n)razón und die Asociación Finca Sagrada sind für dieses Projekt besonders geeignet, weil wir bereits seit 5 Jahren an diesem Projekt arbeiten. Unsere Zusammenarbeit hat sich sehr bewährt und wir konnten in dieser Zeit viele Erfolge verbuchen. Zudem sind wir lokal sehr gut vernetzt und haben das Vertrauen der lokalen Bevölkerung.

Area of Impact