Project Duration January 1, 2025 - December 31, 2027

Zukunftsperspektiven für Bauernfamilien, Frauen und junge Menschen in Benin

  1. Goal
    Bauernfamilien in Benin haben gelernt, ihre Felder eigenständig und nachhaltig zu bewirtschaften, Agrarprodukte zu ernten, weiterzuverarbeiten und zu verkaufen. So sind sie resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels und haben Ernährungs- sowie Einkommenssicherheit erreicht. Durch die gezielte Stärkung ihrer Planungskompetenzen mittels Ausbildungen der Familien in integrativer Betriebsplanung haben die Familien ein wichtiges Instrument gewonnen, das sie auch bei künftigen Herausforderungen einsetzen können. Frauen und junge Menschen haben dank des integrativen Ansatzes neue Perspektiven erhalten, ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit gestärkt und sind aktiv in die gemeinschaftliche Entwicklung eingebunden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene verstehen ökologische Zusammenhänge besser und zeigen ein wachsendes Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit natürlichen Ressourcen. Auch das Bewusstsein um gesunde Ernährung ist gesteigert und die Familien ernähren sich nährstoffreicher.
  2. Challenge
    Das Departement Atacora steht vor gravierenden Herausforderungen, die die Entwicklung ländlicher Gemeinden stark beeinträchtigt. Laut der Analyse des UN World Food Programms von 2017 herrscht in der Hälfte der Gemeinden kritische Ernährungsunsicherheit. Über ein Drittel der Haushalte leidet unter unzureichender Lebensmittelversorgung, und jedes dritte Kind ist von wachstumshemmender Unterernährung betroffen. Obwohl nährstoffreiche lokale Ressourcen wie Moringa, Neré oder Baobab vorhanden wären, fehlt es an Wissen zur Nutzung. Der Klimawandel mit zunehmender Trockenheit verschärft die Lage zusätzlich. Familien fehlt es an Wissen und Werkzeugen zur nachhaltigen Planung und Einkommensdiversifizierung. Besonders Frauen und junge Menschen sind durch eingeschränkten Zugang zu wirtschaftlicher Teilhabe und Ausbildungsmöglichkeiten stark benachteiligt.
  3. Need for Action
    Aus dieser prekären Lage ergibt sich dringender Handlungsbedarf. Es braucht gezielte Massnahmen zur Bekämpfung der Ernährungsunsicherheit, etwa durch Schulungen zur Nutzung lokaler Nahrungsmittelressourcen und angepasste landwirtschaftliche Methoden. Um die Resilienz gegenüber Klimarisiken zu stärken, müssen Familien in nachhaltiger Bewirtschaftung und langfristiger Planung geschult werden. Frauen müssen gezielt gefördert werden, um ihre Rolle in Produktion und Verarbeitung von Landwirtschaftsprodukten und in interfamiliären Entscheidungsprozessen zu stärken. Ebenso braucht es berufliche Perspektiven für junge Menschen durch praxisnahe Ausbildungen, die ihnen eine Diversifizierung der Einkommensquellen und einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen. Durch eine solch umfassende und inklusive Entwicklungsstrategie kann die Lebensgrundlage der ländlichen Bevölkerung in Atacora langfristig verbessert werden.
  4. Measures
    Um möglichst viel und nachhaltige Wirkung zu erreichen, setzen wir auf verschiedene Themen/Aktivitäten, die aufeinander abgestimmt sind und zusammen eine ganzheitliche Lösung ergeben. Unsere Methoden werden gemeinsam mit den Bauernfamilien entwickelt und laufend an ihre Bedürfnisse angepasst. Sie sind einfach, sodass Bauernfamilien sie jederzeit selbständig und mit lokalen Ressourcen umsetzen können. Wir bilden Bauernfamilien aus in diesen Kernthemen: • Bauernfamilien werden neu in der integrativen Betriebsplanung geschult zur Förderung ihrer Planungskompetenz und bei der Umsetzung begleitet. • Hinzu kommen bedürfnisgerechte Ausbildungen in nachhaltiger ökologischer Landwirtschaft, der Errichtung und Verbreitung energieeffizienter Kochstellen und in einkommensgenerierenden Aktivitäten sowie Begleitung bei der Anwendung der erlernten Praktiken, um die Ziele des Betriebsplans zu erreichen. • Schüler:innen und Jugendliche erhalten zudem praxisnahen Umwelt- und Agrarökologieunterricht
  5. Cooperation Partner
    Operativer Partner: Verein Jura-Afrique Bénin (JAB), gegründet 2008 nach lokalem Recht mit Sitz in Tanguiéta, Benin und mit einem ökologischen Ausbildungszentrum nördlich von Tanguiéta. Präsident: Bernard Sambieni Team: M’Borinati Kouagou N’Tcha (Geschäftsleiter) führt ein Team von mehr als zwanzig Personen. Vision: JAB setzt sich ein für das wirtschaftliche und soziale Wohlergehen seiner Zielgruppen mittels nachhaltiger Produktion und Verarbeitung von Agrarprodukten und Lebensmitteln.
  6. Impact
    Das Projekt stärkt die Autonomie, Widerstandsfähigkeit und Lebensbedingungen von Bauernfamilien durch gezielte Schulungen in Betriebsplanung und agrarökologischen Methoden: 150 Familien führen ihre Höfe selbstbestimmt, 300 aus 10 Dörfern wenden neue Techniken nachhaltig an. Frauen werden durch Ausbildung im Bau energieeffizienter Kochstellen sowie durch einkommensgenerierende Aktivitäten gestärkt. 100 Frauen profitieren direkt durch Ausbildungen, Holzverbrauch wird um 60 % gesenkt, und die Solidarität in Frauengruppen wächst. In ländlichen Schulen fördern Umweltclubs und Schulgärten das Umweltbewusstsein und gesunde Ernährung. 600 Schüler:innen werden sensibilisiert und setzen agrarökologische Praktiken um. Ein Ausbildungszentrum bietet praxisnahe Kurse für 200 Jugendliche + bedürfnisgerechte Schulungen für Bauernfamilien; die Qualität und Reichweite der Angebote verbessern sich kontinuierlich. So entstehen langfristige Perspektiven für eine nachhaltige und selbstbestimmte Entwicklung.
  7. Special Quality of the Project; Suitability of the Organization
    Wir bringen über 20 Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Bauernfamilien in Subsahara-Afrika mit. Unsere lokalen Partnerorganisationen sind in den Gemeinden tief verankert, kennen die lokalen Gegebenheiten aus erster Hand und genießen das Vertrauen der Bauernfamilien sowie weiterer Akteure als verlässliche und kompetente Partner. Unser ganzheitlicher Ansatz orientiert sich an den Bedürfnissen der lokalen Bevölkerung und zielt auf eine nachhaltige Entwicklung ab – ökologisch, sozial und wirtschaftlich. Wir intervenieren dort, wo die Zielgruppen Unterstützung wünschen und bereit sind, einen hohen Eigenbeitrag zu leisten. Lösungen entwickeln wir gemeinsam mit den Zielgruppen sowie lokalen Entscheidungsträgern. Sie sind einfach umsetzbar und können mit lokalen Ressourcen eigenständig erhalten und weiterentwickelt werden. newTree pflegt einen respektvollen Umgang mit den Menschen vor Ort und mit natürlichen Ressourcen.

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