Non-Profit Organization

Open Dialogue Schweiz

Association

The Most Important in Brief

In der Krise nicht allein Der im 2024 gegründete Verein Open Dialogue Schweiz setzt sich dafür ein, den offenen Dialog – Open Dialogue - als zeitgemässe, dialogische Form der psychiatrischen Begleitung in der Schweiz zu stärken. Open Dialogue ist ein innovativer Behandlungsansatz in akuten psychotischen und psychosozialen Krisen unter konsequentem Einbezug der Familie und des weiteren sozialen Netzwerks. Diese psychosoziale Maßnahme besteht aus zwei Elementen: einem gemeindeorientierten, integrierten Behandlungssystem, das Familien und soziale Netzwerke einbezieht, sowie einer speziellen und einzigartigen Dialogform in offenen psychiatrischen Sitzungen. Die Unterstützung in Krisensituationen erfolgt in der Regel im häuslichen Umfeld (Hometreatment) Open Dialogue Netzwerkgespräche sind in unterschiedlichen Krisensituationen von Nutzen. Besonders umfassend wurde der Ansatz in Finnland bei Menschen mit Psychosen untersucht, wo er seit den 1980er Jahren existiert. Die Ergebnisse zeigen eine niedrige Anzahl an Krankenhaustagen, hohe Integrationsraten in Ausbildung, Studium und Beruf sowie geringe Rückfallraten, und das bei niedrigen Dosen eingesetzter Psychopharmaka. Open Dialogue wird zunehmend auch in der Schweiz innerhalb und ausserhalb psychiatrischer Strukturen angewendet. Open Dialogue orientiert sich an internationalen Leitlinien für gemeindenahe, personenzentrierte und menschenrechtsbasierte psychiatrische Versorgung und stimmt überein mit der UNO-Behindertenrechtskonvention, die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe betont. Der Verein fördert die Verbreitung dieses Ansatzes durch Vernetzung, Informationsangebote und jährlich stattfindende Fortbildungen für Fachpersonen in der Deutschschweiz.

  1. Purpose

    Menschen in psychotischen und psychosozialen Krisen sollen sich durch Open Dialogue gehört und ernst genommen fühlen. In einem offenen, sicheren Gesprächsraum, in dem alle Stimmen – Betroffene, Angehörige und Fachpersonen – gleichwertig gehört werden, werden Entscheidungen zur Behandlung gemeinsam getragen und tragfähige nächste Schritte entwickelt. > Fokus auf Netzwerk und Beziehung Statt nur die einzelne Person zu behandeln, rückt der offene Dialog das gesamte soziale (private und professionelle) Netzwerk in den Mittelpunkt. > Förderung von Genesung und Autonomie Durch den dialogischen Prozess sollen neue Bedeutungen, Ideen und Handlungsmöglichkeiten entstehen, die den Genesungsprozess unterstützen. Betroffene sollen in Netzwerkgesprächen mehr Mitbestimmung erleben und möglichst selbstbestimmt über Setting und weiteres Vorgehen mitentscheiden. Es besteht eine starke Konvergenz zwischen Offener Dialog und Recovery Orientierten Prinzipien und Praktiken. Beide begreifen Genesung als einen echten Prozess der Wiederbelebung und Widerstandsfähigkeit, der auf Hoffnung, Ermächtigung und einem unterstützenden Netzwerk gründet. Open Dialogue schafft demokratische Partnerschaften zwischen Fachleuten und den Menschen, denen sie dienen, um ein produktives und sinnvolles Leben wiederherzustellen. Sowohl die Genesungsperspektive (Recovery) als auch Open Dialogue werden durch das Wissen bestärkt, dass Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen eine sinnvolle und wichtige Rolle in der Gesellschaft haben. > Fortbildungen für Fachpersonen Der Verein Open Dialogue bietet Fortbildung von Fachpersonen in diesem Ansatz an durch jährlich stattfindende modulare systemische Fortbildungen, in Zusammenarbeit mit Institutionen. Bei vielen Professionellen bewirken diese Fortbildungen persönliche Haltungsänderungen, ein neues Selbstverständnis in der Rolle und veränderte Team- und Beziehungsmuster. Erste Reviews zeigen Hinweise, dass OD-Trainings mit höherem Wohlbefinden, gesteigerter Arbeitszufriedenheit und einem als sinnvoller erlebten Arbeitsalltag der Mitarbeitenden einhergehen. Dies führt zu weniger Fluktuationen der Mitarbeitenden. Dialogisch zu arbeiten kann gleichzeitig auch belastend sein, wenn es mit «traditionellen» Versorgungslogiken kollidiert. > Netzwerk Open Dialogue Fachpersonen, die eine systemische Fortbildung in Open Dialogue gemacht haben sind vernetzt im Netzwerk Open Dialogue Schweiz zwecks Zusammenarbeit und Austausch über verschiedenste Anwendungsfelder von Open Dialogue in unterschiedlichen Berufs- und Alltagskontexten.
  2. The Most Important in Brief

    In der Krise nicht allein Der im 2024 gegründete Verein Open Dialogue Schweiz setzt sich dafür ein, den offenen Dialog – Open Dialogue - als zeitgemässe, dialogische Form der psychiatrischen Begleitung in der Schweiz zu stärken. Open Dialogue ist ein innovativer Behandlungsansatz in akuten psychotischen und psychosozialen Krisen unter konsequentem Einbezug der Familie und des weiteren sozialen Netzwerks. Diese psychosoziale Maßnahme besteht aus zwei Elementen: einem gemeindeorientierten, integrierten Behandlungssystem, das Familien und soziale Netzwerke einbezieht, sowie einer speziellen und einzigartigen Dialogform in offenen psychiatrischen Sitzungen. Die Unterstützung in Krisensituationen erfolgt in der Regel im häuslichen Umfeld (Hometreatment) Open Dialogue Netzwerkgespräche sind in unterschiedlichen Krisensituationen von Nutzen. Besonders umfassend wurde der Ansatz in Finnland bei Menschen mit Psychosen untersucht, wo er seit den 1980er Jahren existiert. Die Ergebnisse zeigen eine niedrige Anzahl an Krankenhaustagen, hohe Integrationsraten in Ausbildung, Studium und Beruf sowie geringe Rückfallraten, und das bei niedrigen Dosen eingesetzter Psychopharmaka. Open Dialogue wird zunehmend auch in der Schweiz innerhalb und ausserhalb psychiatrischer Strukturen angewendet. Open Dialogue orientiert sich an internationalen Leitlinien für gemeindenahe, personenzentrierte und menschenrechtsbasierte psychiatrische Versorgung und stimmt überein mit der UNO-Behindertenrechtskonvention, die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe betont. Der Verein fördert die Verbreitung dieses Ansatzes durch Vernetzung, Informationsangebote und jährlich stattfindende Fortbildungen für Fachpersonen in der Deutschschweiz.
  3. Goals

    Die Vision von Open Dialogue ist eine Psychiatrie, in der sich Menschen in Krisen möglichst früh gemeinsam mit ihrem Netzwerk gehört, ernst genommen und auf Augenhöhe beteiligt werden. Psychische Krisen sollen als verstehbare menschliche Erfahrungen behandelt werden, bei denen Hoffnung, Selbstbestimmung und die eigene Expertise der Betroffenen zentral sind. Im Mittelpunkt sollen einerseits eine gemeindenahe, flexible, bedürfnisangepasste Versorgung durch ambulante multiprofessionelle Teams, gefördert werden-mit möglichst wenig Hospitalisation- andererseits eine dialogische Kultur, in der Verständnis, Beziehung und gemeinsame Bedeutungsfindung wichtig sind und Entscheidungen gemeinsam in einem fortlaufend reflektiven Prozess wachsen können. Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen sollen in Krisen ein niederschwelliges Angebot für Netzwerkgespräche, bei Bedarf auch ausserhalb von gängigen psychiatrischen Strukturen, erhalten. Eine gute bedürfnisangepasste Zusammenarbeit und Einbezug von allen anderen professionellen Helfenden ist dabei selbstverständlich. Fachpersonen sollen durch Fortbildungen in ihrem Selbstverständnis, ihrer Haltung, ihrer Teamarbeit erneuert, in ihrer Kompetenz im Umgang mit privaten und professionellen Netzwerken ausgerüstet und in ihrer Arbeitszufriedenheit gestärkt werden.
  4. Principles

    Wir sind dem offenen Dialog verpflichtet, sowohl in unseren Begegnungen mit Menschen und ihren Angehörigen in psychischen Krisen, als auch in unserer eigenen Teamarbeit und Struktur des Netzwerkes Open Dialogue. Peers und Angehörige sind Teil unserer Teams. Alle unsere Entscheidungen im Vorstand, in der Arbeitsgruppe für Fortbildungen, in weiteren Arbeitsgruppen, in Regionalgruppen des Netzwerkes werden gemeinsam, trialogisch gefällt. Die Sicht der Peers und Angehörigen Peers ist dabei zentral. Wir sind den Prinzipien von Open Dialogue verpflichtet: eine möglichst rasche Hilfe in der Krise, die Einbeziehung des gesamten sozialen Netzwerks sowie flexible, kontinuierliche Begleitung durch ein möglichst gleichbleibendes Team. Ebenso zentral sind völlige Transparenz zwischen den Beteiligten, das Annehmen der Unterschiedlichkeit der Sichtweisen, das Aushalten von Ungewissheit und ein echter dialogischer Prozess, in dem alle Stimmen gehört werden und gemeinsam Bedeutungen und nächste Schritte ausgehandelt werden. Wir orientieren uns an internationalen Qualitätsempfehlungen: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Open Dialogue als einen Ansatz für gemeindenahe psychosoziale Dienste und Kriseninterventionsdienste identifiziert, die mit einem menschenrechtsbasierten Ansatz vereinbar sind. • Leitlinien zu gemeindenahen Diensten für psychische Gesundheit: Förderung personenzentrierter und menschenrechtsbasierter Ansätze. Genf: Weltgesundheitsorganisation; 2021 (Leitfaden zu gemeindenahen psychosozialen Diensten: Förderung personenzentrierter und menschenrechtebasierter Ansätze). Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 IGO. https://www.who.int/publications/i/item/9789240025721 • Krisendienste für psychische Gesundheit: Förderung personenzentrierter und menschenrechtsbasierter Ansätze. Genf: Weltgesundheitsorganisation; 2021 (Leitfaden zu gemeindenahen psychosozialen Diensten: Förderung personenzentrierter und menschenrechtebasierter Ansätze). Lizenz: CC BY-NC-SA 3.0 IGO. https://www.who.int/publications/i/item/9789240025721
  5. Measures

    > Aus- und Weiterbildungen Der Verein organisiert regelmässig systemische Fortbildungen in Open Dialogue, die gemeinsam mit Institutionen wie der Psychiatrie Spitälern fmi Interlaken, der Luzerner Psychiatrie AG und weiteren durchgeführt werden.​ Die Kurse umfassen 8 Module à zwei Tage über ca. ein Jahr, in denen Teilnehmende den theoretischen Hintergrund, Methoden der Moderation von Netzwerkgesprächen, Anwendung reflektierender Teams sowie Umgang mit Krisensituationen praktisch üben.​ Zielgruppen sind Fachpersonen aus Psychiatrie, Pflege, Sozialarbeit, Psychotherapie sowie Peers und Angehörige, wodurch interdisziplinäre Kooperation gefördert wird.​ > Netzwerkbildung und Verbreitung Das Netzwerk OD-Schweiz unterstützt aktiv den Aufbau regionaler Netzstrukturen, um Dialogprinzipien auf verschiedenen Versorgungsebenen zu verankern.​ Durch Kooperationen mit psychiatrischen Kliniken, z. B. der Luzerner Psychiatrie, der fmi Interlaken, verschiedenen Stiftungen , die im Wohnbereich und der Integration von psychisch erschütterten Menschen tätig sind (wie Stiftung Betula Romanshorn, Stiftung Rheinleben Basel) wird der Ansatz in laufende klinische Praxis integriert. > 2026 hat das "Projekt Webseite" hohe Priorität : Bis heute fehlt eine zentrale Webplattform, die den Ansatz in der Schweiz sichtbar macht, Informationen für Betroffene, Angehörige, Fachpersonen und die Öffentlichkeit bereitstellt und die interne Zusammenarbeit im Netzwerk unterstützt. Diese Website soll diese Lücke schliessen und damit die weitere Verbreitung und Vernetzung von Open Dialogue in der Schweiz gefördert wird.
  6. Financing

    Verein: Mitgliederbeiträge und Spenden

Area of Impact

Pro-Insights
Fit
Hope
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Menschen in psychotischen und psychosozialen Krisen sollen sich durch Open Dialogue gehört und ernst genommen fühlen. In einem offenen, sicheren Gesprächsraum, in dem alle Stimmen – Betroffene, Angehörige und Fachpersonen – gleichwertig gehört werden, werden Entscheidungen zur Behandlung gemeinsam getragen und tragfähige nächste Schritte entwickelt. > Fokus auf Netzwerk und Beziehung Statt nur die einzelne Person zu behandeln, rückt der offene Dialog das gesamte soziale (private und professionelle) Netzwerk in den Mittelpunkt. > Förderung von Genesung und Autonomie Durch den dialogischen Prozess sollen neue Bedeutungen, Ideen und Handlungsmöglichkeiten entstehen, die den Genesungsprozess unterstützen. Betroffene sollen in Netzwerkgesprächen mehr Mitbestimmung erleben und möglichst selbstbestimmt über Setting und weiteres Vorgehen mitentscheiden. Es besteht eine starke Konvergenz zwischen Offener Dialog und Recovery Orientierten Prinzipien und Praktiken. Beide begreifen Genesung als einen echten Prozess der Wiederbelebung und Widerstandsfähigkeit, der auf Hoffnung, Ermächtigung und einem unterstützenden Netzwerk gründet. Open Dialogue schafft demokratische Partnerschaften zwischen Fachleuten und den Menschen, denen sie dienen, um ein produktives und sinnvolles Leben wiederherzustellen. Sowohl die Genesungsperspektive (Recovery) als auch Open Dialogue werden durch das Wissen bestärkt, dass Menschen mit psychischen Gesundheitsproblemen eine sinnvolle und wichtige Rolle in der Gesellschaft haben. > Fortbildungen für Fachpersonen Der Verein Open Dialogue bietet Fortbildung von Fachpersonen in diesem Ansatz an durch jährlich stattfindende modulare systemische Fortbildungen, in Zusammenarbeit mit Institutionen. Bei vielen Professionellen bewirken diese Fortbildungen persönliche Haltungsänderungen, ein neues Selbstverständnis in der Rolle und veränderte Team- und Beziehungsmuster. Erste Reviews zeigen Hinweise, dass OD-Trainings mit höherem Wohlbefinden, gesteigerter Arbeitszufriedenheit und einem als sinnvoller erlebten Arbeitsalltag der Mitarbeitenden einhergehen. Dies führt zu weniger Fluktuationen der Mitarbeitenden. Dialogisch zu arbeiten kann gleichzeitig auch belastend sein, wenn es mit «traditionellen» Versorgungslogiken kollidiert. > Netzwerk Open Dialogue Fachpersonen, die eine systemische Fortbildung in Open Dialogue gemacht haben sind vernetzt im Netzwerk Open Dialogue Schweiz zwecks Zusammenarbeit und Austausch über verschiedenste Anwendungsfelder von Open Dialogue in unterschiedlichen Berufs- und Alltagskontexten.

In der Krise nicht allein Der im 2024 gegründete Verein Open Dialogue Schweiz setzt sich dafür ein, den offenen Dialog – Open Dialogue - als zeitgemässe, dialogische Form der psychiatrischen Begleitung in der Schweiz zu stärken. Open Dialogue ist ein innovativer Behandlungsansatz in akuten psychotischen und psychosozialen Krisen unter konsequentem Einbezug der Familie und des weiteren sozialen Netzwerks. Diese psychosoziale Maßnahme besteht aus zwei Elementen: einem gemeindeorientierten, integrierten Behandlungssystem, das Familien und soziale Netzwerke einbezieht, sowie einer speziellen und einzigartigen Dialogform in offenen psychiatrischen Sitzungen. Die Unterstützung in Krisensituationen erfolgt in der Regel im häuslichen Umfeld (Hometreatment) Open Dialogue Netzwerkgespräche sind in unterschiedlichen Krisensituationen von Nutzen. Besonders umfassend wurde der Ansatz in Finnland bei Menschen mit Psychosen untersucht, wo er seit den 1980er Jahren existiert. Die Ergebnisse zeigen eine niedrige Anzahl an Krankenhaustagen, hohe Integrationsraten in Ausbildung, Studium und Beruf sowie geringe Rückfallraten, und das bei niedrigen Dosen eingesetzter Psychopharmaka. Open Dialogue wird zunehmend auch in der Schweiz innerhalb und ausserhalb psychiatrischer Strukturen angewendet. Open Dialogue orientiert sich an internationalen Leitlinien für gemeindenahe, personenzentrierte und menschenrechtsbasierte psychiatrische Versorgung und stimmt überein mit der UNO-Behindertenrechtskonvention, die Inklusion und gleichberechtigte Teilhabe betont. Der Verein fördert die Verbreitung dieses Ansatzes durch Vernetzung, Informationsangebote und jährlich stattfindende Fortbildungen für Fachpersonen in der Deutschschweiz.

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Date of foundation
  • April 24, 2024
SDGs
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    verein-open-dialogue-jahresbericht-2024

Last updated on March 2, 2026